Casino im Hafen Genuas
Ein Block - Ein Haus
Das Grundstück auf dem ein Casino-Hotel Komplex entstehen soll, befindet sich auf einer rechteckigen Zunge im Hafengebiet von Genua. Das Grundstück selbst hat eine Größe von circa 122 auf 154 meter. Die Momentane Nutzung beläuft sich auf Industriebrache. Die Nebengebäude des Ortes sind die permanenten Hafengebäude, wie Lager und Silos, als auch auf die temporären Schiffe, welche enorme Ausmaße aufweisen.

Wie wird man dem Typus des Casino/Hotels gerecht? Welche Kubatur schafft es sich an den Ort zu binden und sich gleichzeitig gegen ihn zu behaupten? Wie werde ich in meinem Entwurf vom Konzept bis hin zum Detail dem Topos gerecht?

Dem künstlichen Moment des Blockes folgend stellte ich, nach der Analyse des Ortes, Untersuchungen mit Hilfe dieser Gebäudestruktur an dem Grundstück an. Ziel war es eine Anzahl aus Häusern zu bilden, ein Quartier, welche dieses enorme Grundstück zu fassen vermag und die Stadt und Gebäude- und Stadtstruktur Genuas aufnimmt. Die voran gegangen Analyse, sowie die folgenden Untersuchungen nutzte ich als Mittel um ein passendes Konzept zu bilden, welches nicht nur auf den Ort und seine spezifische Bebauung angepasst ist, sondern sich auch spezifisch mit dem Typus auseinander setzt. Der Typus Casino-Hotel vermittelt nach außen eine gewisse Exklusivität. Er setzt sich von dem alltäglichen ab und bildet in sich eine neue aufregende Welt.

Aus diesen Überlegungen des Typus und Topos entstand der Gedanke eines einzelnen großen Blockes, welcher das gesamte Gebiet fasst, die Idee des Hauses von Genua aufnimmt und durch seine enormen Ausmaße eine gewisse Dekadenz ausstrahlt.

Mitten im Block wird, dem Gebäudetypus entsprechend, ein großer Hof ausgebildet. Dieser Hof steht, ähnlich wie die Hängenden Gärten in den Höfen der Palazzi, auf einer Konstruktion und bildet in diesem Entwurfsstadium die Basis des gesamten Gebäudes.

Dieser Block wird, wie in der Stadt, als ein Haus ausgebildet. Dieses Haus mit seinen spezifischen Proportionen unterteilt sich im nächsten Entwurfsschritt, jedoch in Zwölf einzelne Häuser, welche die gleichen Proportionen aufweisen. Grundriss und Ansicht des Gebäudes ist in einem Raster von 4,05 auf 4,05 gegliedert, was dem Gebäude eine Regelhaftigkeit verleiht, welche sogar in einer Spiegelsymmetrie endet.

Die so gebildeten engen Gassen werden zum einen benutzt um mit Hilfe einer Treppenanlage den dreistöckigen Sockel zu erschließen, zum anderen werden sie im Sockel als "Straßen" verwendet um die einzelnen Häuser zu Erschließen.

Durch diesen Prozess entsteht ein gewollter Reizpunkt. Die engen Gassen, typisch für die Stadtstruktur, stehen im Kontrast zu der enormen Fläche des Hofes. Der gesamte Hof wird nur durch Atrien unterbrochen, welche, mit einläufigen Treppen versehen, den Hof mit dem Inneren des Sockels verbinden. An den Längsseiten sind keine Treppen vorgesehen. Dort springt der Sockel in den Gassen zurück, um die Selbstständigkeit der, aus dem riesigen Block Betrachtet man nun die einzelnen Häuser so kann man direkt einen Vergleich zur genuesischen Baukunst herstellen. Auch in meinem Entwurf existiert in der Fassade, so wie orthogonal zur Straße im Grundriss, eine für Genua typische Dreiteiligkeit. In der Fassade bildet sich die Dreiteiligkeit, in dem die Öffnungen im Erdgeschoss über die gesamte Höhe des Sockels verlaufen. Das Regelgeschoss besitzt in der Höhe ein drittel des Erdgeschosses, abgeschlossen wird die Fassade durch das Dachgeschoss, welches eine blinde Fassade besitzt.

Betrachtet man nun den Prozess des Entwurfes so kann man einen weiteren Bezug herstellen. Die dicken Wände des ganzen Blockes werden durch Gassen unterteilt, womit sich die einzelnen Kubaturen ausgebildet haben. Diese rechteckigen Körper, entstanden aus den Wänden des Blockes, werden als Stützen aufgefasst, um den Hof zu fassen, ihn jedoch von außen erschließbar zu machen. Diese Stützen weisen, jeweils für sich, eine klare Ordnung auf. Die Basis, welche den Sockel betont, den Schaft, welcher die Regelhaftigkeit verdeutlicht und das Kapitel, welches die einzelne Stütze zu fassen vermag. Unter diesem Gesichtspunkt ist es auch möglich die Fassade bis zu einem gewissen Punkt in Öffnungen auf zu lösen, da die ersten Öffnungen, die Basis, sich nicht auf den gesamten Komplex beziehen, sondern auf das eigene Haus.

Zieht man nun ein Fazit aus der Analyse, dem daraus entstandenen Konzept und der entworfenen Kubatur, so erkennt man eine klare Linie. Der Entwurf geht klar auf den künstlichen Moment des Blockes ein und behandelt das in Genua aufkommende Thema des Blockes als ein Haus. Der Typus des Casino – Hotels ist in dieser Kubatur klar vorstellbar. Durch die gewaltigen Dimensionen strahlt das Gebäude eine gewisse Dekadenz aus. Der Bereich des Casinos ist in sich geschlossen und wirkt wie eine eigene Welt.