Konzept "Museum"
Das Thema Kunst
Das Grundstück, auf dem ein Museum gebaut werden soll, befindet sich in Antwerpen, der flämischen Region Belgiens. Die momentane Nutzung des Gebietes beläuft sich auf eine große öffentliche Fläche, die als Parkplatz genutzt wird.

In diesem Stadtteil Antwerpens existieren mehrere öffentliche Museen, wie das Fotomuseum, das Museum van Hedendaagse und das Museum der Schönen Künste. Besonders hervorzuheben ist hier das Museum der Schönen Künste, da es städtebaulich gesehen mit der neuen Bibliothek, dem zu planenden Museum und dem an Antwerpen laufenden Fluss, der Schelde, in Beziehung steht. Ein großer Teil dieses Bezuges bildet der zwischen den beiden neuen öffentlichen Bauten liegende Platz. Dieser gewinnt durch seine Lage und auch besonders durch seine gewaltige Dimensionalität an Bedeutung.

Welche Vorraussetzungen muss ein Museum heutzutage erfüllen? Mit welchen Mitteln kann es gleichzeitig schützen und zeigen, behüten und vorführen? Wie kann man ein Museum an diesen Topos bauen, wie geht man in besonderer Weise mit dem anliegenden Platz um? Wie behandelt man das Thema des Museums selbst, den Typos? Wie erschafft man einen Ort der den Besucher zum verweilen, zum lernen und zum erstaunen animiert?

Nach Analyse des Ortes, des Platzes und den daraus folgenden Verhältnissen habe ich die verfügbare Grundfläche in Form eines Quadrates genutzt. Dieser Solitär fügt sich in das städtebauliche Bild des Kreuzes, bestehend aus dem Museum der Schönen Künste, der Bibliothek, der Schelde und dem Museum ein.

Im städtebaulichen Kontext war es mir wichtig, ein Museum zu entwerfen, das sich dem Gefüge der Stadt anpasst, sich ihm jedoch nicht unterordnet. Die Anpassung folgt durch das Aufnehmen der Fluchten der vorhandenen Bebauung und durch das einrücken der Kubatur in den Platz, wodurch dort eine Baumallee ausgeführt werden kann. Durch die Größe und die Ausführung ordnet es sich jedoch nicht dem Bestand unter. Dieser Entwurfsgedanke findet sich auch in der Konstruktion wieder. Das äußere Erscheinungsbild der Wand besteht aus einer Fassade aus einem Naturstein, der in einem NF ähnlichen Format in der Struktur des Rasters ausgeführt ist. Der Naturstein hebt das Gebäude von der Umgebung ab, zieht aber durch das ähnliche Format auch parallelen zur Umgebung.

Den am Grundstück gelegenen Platz will ich mit meinem Entwurf behandeln. Das Museum soll dem Platz eine Kante geben und ihn gleichzeitig in das Gebäude einfließen lassen. Er soll den Besucher der Stadt, den Erkunder des Platzes, in das Gebäude führen. Um dies zu erreichen, bildet das Museum einen transparenten Körper aus, welcher als Weiterführung des Platzes ausgeführt ist. Es entsteht eine Platzfolge, die den Nutzer ins Museum leitet.

Dieser transparente Körper bildet in dem Museum die Ausnahme. Er bildet sich aus einem der 9 Häuser des Museums. Diese 9 Körper sind durch Fugen miteinander verbunden. Die Fugen selbst dienen ausschließlich der Erschließung dieser Körper und sind im Sinne des Entwurfes als außen anzusehen, was sich in der Materialität äußert. Dies bedeutet, dass jeder Körper 4 Außenwände besitzt und sich so als selbstständiger Körper artikuliert.

Die anderen dem Platz zugewandten Körper sind nur im EG geöffnet und dies auch nur um dem Nutzer eine passende Atmosphäre im Inneren zu ermöglichen. Diese sparsame Öffnung des gesamten Körpers unterstützt die Ausnahme und dient erneut der Leitung in das Museum.

Die Funktion der Körper ist der eines Shops und eines Cafés im EG. Der in den Vorplatz gelangte Besucher kann nun den Körper verlassen und in die zentralgelegene Kubatur gelangen, die sich zum Vorplatz stark öffnet. In diesem Haus kann der Besucher seine Karte kaufen, sowie sein Garderobe abgeben, die in dem anliegenden Raum untergebracht werden kann. Theke und Raum stehen als Skulptur im Raum, was konstruktiv mit dem Ausbilden einer Schattenfuge möglich ist. Seitlich befindet sich einerseits der Vortragsraum und andererseits die Wechselausstellung, also den möglichen Beginn der Besichtigung. Bevor eine dieser Funktionen aufsuchen kann, gelangt man in eine Kreuzung der Fugen. An der jeder dieser Kreuzungen bildet sich mit Hilfe der Öffnungen und Stürze ein Würfel aus. Dieser Orientierungslose Raum gibt dem Besucher die Möglichkeit der Wahl des weiteren Weges.

Die Wechselausstellung bildet sich aus zwei quadratischen Räumen, die mit besagter Fuge getrennt sind. In den Räumen befinden sich im für das gesamte Museum geltenden Band-Raster 4 Stützen. Diese in den Epochen und Wechselausstellungsräumen stattfindende Aufteilung bildet eine Zusammensetzung aus dem Thema des Weg- und Ort-Raumes. Im äußeren Ring entsteht ein gefühlter Gang, der den inneren quadratischen Kern umschließt. Um den Raum als Ganzes zu verstärken, wird der Boden an der Wand mit einer anders gelegenen Schattenfuge als der Boden an der Stütze konstruiert. Der hinten gelegene Raum der Wechselausstellung ist im selben Prinzip wie die zum Platz hin orientierten Räume belichtet.

Der hintere zentrale Körper ist als Verwaltungshaus anzusehen. Im EG werden dort die neuen Museumsobjekte geliefert. In den Obergeschossen befinden sich die Büros sowie Technikräume. Vom EG abgesehen ist dies der einzige Körper, welcher nur eine Höhe von 3 Meter je Stockwerk aufweist. Die jeweils an den Rundgang angeschlossenen Ebenen sind mit WC-Anlagen für die Besucher versehen. Der Abschnitt selbst verfügt über eine eigene vertikale Zirkulation.

Der letzte Raum im EG ist als Werkstatt ausgebildet. Der direkte Bezug zur Anlieferung, sowie zum Lastenaufzug ist für den Ablauf der Werkstatt wichtig.

Begeht man nun den Rundgang mit Hilfe der öffentlichen Treppe, gelangt man in die Epochenräume. Diese liegen jeweils in den drei äußeren quadratischen Räumen.

Die Räume sind erneut durch jeweils 4 Säulen gegliedert. Aus dem zentral gelegenen Epochenraum gelangt man über ein Brücke in den Themenraum. Dieser selbst bildet die Mitte, um die sich die Epoche bewegt. Der Raum wird nicht weiter unterteilt und ist als reiner Ort-Raum wahrnehmbar, da man ihn nicht durchschreiten muss, um in den nächsten Raum zu gelangen.

Schreitet man weiter durch die Epochenräume, um in den Rundgang fortzusetzen, erlebt man (will man in die nächste Etage gelangen) den transparenten Körper, den man beim Eintreten in das Museum erlebt hat. An dieser Stelle ergibt sich in jeder Etage die Möglichkeit, den Platz zu erleben. Die zweite Etage folgt dem gleichen Prinzip. In der dritten und letzten Etage entsteht statt der Treppe eine Brücke, die den Besucher auf die andere Seite des Museums leitet. Auf der anderen Seite erlebt der Besucher die drei darauf folgenden Epochen und gelangt so wieder in das EG. Vorteil dieser U-förmigen Zirkulation ist, dass das Durchschreiten des Museums als Ganzes am Beginn endet.

Die Themen des Entwurfes, bezogen auf den Topos, ist der Bezug zu dem am Grundstück gelegenen Platz in Form einer Gestik und in Form einer angelegten Platzfolge. Der Typos des Museums ist der Umgang mit dem Thema der Epochen und dem der Themenräume. Die Epochenräume sind als Wegräume zu verstehen. Sie umschließen das Themenhaus und bilden, trotz verschiedener Häuser, eine längliche Einheit. Die Themenräume sind klare Orträume. Sie bilden die Mitte des Entwurfes aus. Verdeutlicht werden diese Aspekte auch in der Konstruktiven Ebene. Das Entwurfskonzept, in dem diese Bezüge aufgenommen sind, ist die Ausführung des Museums als Quadrat, unterteil in den 9 Körpern, die jeweils um das Konzept zu befestigen 4 Außenwände besitzen und nur durch die Fugen miteinander verbunden sind.