Konzept "Theater"
Das Thema Stadt als Schauspiel
Man muss verstehen, dass es sich bei diesem Grundstück um den Geburtsort von Amsterdam handelt. An diesem Überrest der Amstel siedelten sich die ersten Bauern an und gründeten Amstelledamme.

Die Erschließung dieser Stadt, folgte , wie in der Analyse erläutert nicht aus der Peripherie, sondern aus dem Zentrum heraus. Auf Grund des Hauptbahnhofes zählt dies für heute noch.

Auffällig für den Topos sind, wie in der Analyse erläutert mehrere städtebauliche Dominanten, prägende Platzsituationen sowie ein untypische städtebauliche Wachstumssituation. Südlich der Liegenschaft liegt die von Berlage entworfene Börse. Dieser „Beurs van Berlage“ folgt eine Platzsituation, welche mit einem weiteren öffentlichen Gebäude, abschließt. Auffällig bei dieser Konstellation ist der Wachstum der Stadt in den historischen Kern Amsterdams und somit in unser Grundstück.

Das im Wasser gelegene Grundstück greift automatisch das Thema Wasser - Land, welches vor allem historisch belegt ist, auf. Dieses Thema der Landgewinnung bestimmt die ganze Stadt und wird auch in meinem Entwurf thematisiert.

Durch das gezielte setzten der Kubatur gehe ich auf diese Punkte ein. Die Folge aus öffentlichen Plätzen und Gebäuden wird aufgenommen und in Richtung des Bahnhofs fortgesetzt.

Der Platz selbst hat eine rechteckige Form welcher leicht konisch zu läuft. Diese Konizität entsteht, da ich dem Verlauf der anliegenden Straße folge, welche der ursprünglichen Amstel folgt.

Der Theater Komplex komplimentiert also die Trilogie aus öffentlichen Gebäuden und öffentlichen Plätzen. Durch das gezielte legen der Kubatur zur Börse hin entsteht eine Sogwirkung vom Hauptbahnhof zum Zentrum hin. Diese Sogwirkung unterlegt erneut den Gedanken der Erschließung Amsterdams durch den Hauptbahnhof über den Damrak, hin zum Zentrum.

Darüber hinaus bildet sich durch diese Festsetzung der Kubatur ein Wasserbecken aus. Dieses Becken erlaubt es dem Entwurf zum einen eine Betonung des Standortes des historischen Entstehungspunkt Amsterdams, zum anderen erlaubt es mir, durch das gezielte setzen an die Straße, eine gewisse Distanz zu der sehr hochwertigen historischen Fassade zu wahren. Diese Fassade, bestehend aus den Spiekers kann somit ihre besondere Beziehung mit dem Wasser behalten. Das extreme Abweichung von dieser Fassade weg, lässt darüber hinaus einen benötigten Raum zwischen ihnen entstehen.

Die ersten Entwurfsgedanken entstanden durch die Auseinandersetzung mit dem Thema des idealen Topos und Typus. Die Gedanken des idealen Topos bestanden aus einem Tor. Dieses Tor, zum Bahnhof hin gesetzt, soll die Schwelle zum Stadtraum bilden. Dem historischen Vorbild folgend, wird durch diese Schwelle Amsterdam erneut durch das Zentrum aus erschlossen. Wichtig ist es mir dies auf zu greifen da Schwelle, Raumfolge und Platz auch im weiteren Verlauf des Entwurfes ein großes Thema war.

Der eigentlich Entwurf behandelt verschiedene Themen, gleicht sich dem Ort an und wird doch klar als öffentliches Gebäude erkennbar. Die Kubatur des Gebäudes nimmt die Prinzipien der Börse auf. Aus dieser Beziehung zu einander entsteht eine Affinität zwischen den Gebäuden.

Das Prinzip besteht aus einer Raumfolge aus Schwellenräumen und gebildeten Platzsituationen. Die gebildeten Körper, zum Großteil sehr unterschiedlich, bilden in ihrem Ganzen eine Einheit. Die Proportionen der Wohngebäude aufnehmend ist er doch klar als öffentlicher Bau erkennbar.

Das Raster der Börse von 3,80 meter auf 3,80 meter kippe ich um 1 Modul um dem Verlauf der Straße zu folgen. Im Abstand der Ägyptischen Proportion, welche auch in der Börse auftaucht, platziere ich mein Gebäude. Der so entstehenden Platz wird von der Börse, sowie meinem Gebäude gefasst. Durch das Eindringen der Wasserfläche in diese Proportion, soll mit Hilfe der Lichtung, in der immer wieder aufkehrenden Thematik aus Wasser-Land in Amsterdam, das erste mal das Thema aufgegriffen werden.

In Kooperation mit dem Börsenturm bildet der Turm meines Gebäudes eine Schwelle in die erste Platzsituation. Diese Platzsitutation stellt die Bühne der Stadt dar. Die Nächste Schwelle wird vom Theater Komplex gebildet. Ihm folgt ein weiterer Platz, die Bühne des Blockes. Der Platz nimmt die ägyptische Proportion auf und wird von zwei Längshäusern sowie den zwei Schwellen gebildet. Die Zwei Längshäuser nehmen die Größe aus 2 mal der Haupthalle auf.

Die zum Platz gerichtete Schwelle verlängert sich um den Platz auf zu nehmen und ihm eine Kante zu geben. Die Gesamtbreite der Kubatur bildet sich erneut aus 2 mal der Proportion der Haupthalle.

Angrenzend wiederholt sich diese Folge mit einer weiteren Schwellenstruktur und einem gebildeten Platz. Die Struktur aus Halle und den Gebäuden die sie bilden beziehen sich erneut auf das Raster, sowie die ägyptische Proportion.

Der Halle folgt eine erneute Schwelle. Anliegend entsteht der wohl wichtigste Raum, das Zuschauerhaus. Das hervorheben des Raumes ergibt sich durch die Dopplung der Wand, welche der Zuschauer beim Eintreten wahr nimmt.

Im eigentlichen Theaterkomplex gibt es eine durch die Architektur vorbestimmte Ausrichtung. Der Öffnung der Bühne, der Hinterbühne und der Fassade folgend entsteht ein Fenster zur Stadt. Dies hat zum Vorteil das Amsterdam selbst Kulisse seiner eigenen Theaterwerke kann.

Der Entwurf selbst geht also auf die gegebene Stadtmorphologie ein und reagiert auf sie. Die Folge aus Stadträumen, in Form von Plätzen und öffentlichen Gebäude wird fortgesetzt.

Die Gesamte Kubatur antwortet auf die Situation des Topos. Sie nimmt die Ideen Berlages auf und setzt sie in neuer Art und Weise um. Jedoch in einer Form, in der sie trotzdem mit der Beurs van Berlage eine Einheit bildet.

Sie artikuliert sich zu den bestehenden Fassaden in angemessener weise. Das Thema Wasser-Land wird durch das gezielte Setzen der Elemente von Erde und Wasser inszeniert. Zum Ende des Entwurfes wird schließlich Amsterdam selbst als Szene genutzt.